01 In diesem Kapitel schauen wir uns ETPs als Gruppe von Finanzprodukten an. Dazu zählen dann konkret ETFs, ETCs und ETNs. 02 Ein Exchange Traded Product (ETP) ist Allgemein ein Investmentprodukt, welches an der Börse notiert ist und wie eine Aktie gehandelt werden kann. Verschiedene konkrete Arten von ETPs sind ETFs, ETCs und ETNs. Ein ETP ist also ein Sammelbegriff für die oben genannten Produkte. 03 Ein Exchange Traded Funds (ETF) bildet normalerweise die Wertentwicklung eines Aktienindex oder eines Index für festverzinsliche Wertpapiere ab. Im Gegensatz zu einem aktiv gemanagten Fonds handelt es sich hierbei um ein passives Investment mit der Zielsetzung, einfach die Wertentwicklung eines zugrunde liegenden Börsenindexes so exakt wie möglich abzubilden. Der abgebiltete Börsenindex ist der Benchmark für den ETF. Die Abbildung erfolgt völlig automatisiert, so dass die Verwaltungskosten bei einem ETF in der Regel wesentlich geringer sind als bei einem aktiv gemanagten Fonds. Außerdem erfolgen gebührenpflichtige Umschichtungen erst dann, wenn sich die Zusammensetzung des Indexes ändert, zum Beispiel bei einer Änderung der DAX-Konzerne. 04 ETFs bilden den Benchmark beziehungsweise den Index im Verhältnis eins-zu-eins ab, wobei der ETF aufgrund seiner Verwaltungsgebühr von circa null-komma-drei Prozent pro Jahr stets etwas unter dem Index liegt. Das ist der Bereich A in der Grafik. Die schwarze Linie zeigt den Verlauf des Benchmark, der abgebildet wird, mit seiner Performance über die Laufzeit hinweg. 05 Kauft der ETF die Anteile direkt, die sich in dem nachzubildenden Benchmark befinden, so nennt man ihn voll replizierend oder auch physisch abbildend. Ein synthetisch replizierender ETF ist swap-basiert. Was das bedeutet, wird im Folgenden näher beschrieben. 06 Was ist nun ein solcher Swap? Swaps sind Wetten auf eine zukünftige Entwicklung und zwischen den Vertragspartnern relativ frei verhandelbar. Dazu ein Beispiel: Eine Person A bekommt von seiner Bank einen variabel verzinsten Kredit über zehn Millionen Euro zu günstigen Bedingungen. A hat aber Angst, dass die Zinsen bald rapide ansteigen. Also macht er ein Geschäft mit einer Person B: A zahlt an B für den nun fiktiven Betrag von zehn Millionen einen immer noch vergleichsweise günstigen Festzinssatz über die ganze Laufzeit. Dafür verpflichtet sich B, immer den variablen Zinssatz für den Kredit der Bank zu bedienen. Damit ist A das Risiko steigender Zinsen los. Aber was hat B davon? B glaubt fest an sinkende Zinsen! 07 Meldet der Swap-Kontrahent Insolvenz an, so kann dies zum Problem werden! Das Risiko einer solchen Insolvenz nennt man Kontrahentenrisiko. Abhängig von der Hinterlegung von Sicherheiten kann bei synthetischen ETFs daher zwischen zwei Arten unterschieden werden: Ein synthetischer Swap kann prinzipiell unfunded oder funded sein. Bei einem Unfunded Swap (zu deutsch: „ungedeckter Swap”) hält der ETF seine Sicherheiten direkt selbst. Bei einem Funded Swap (zu deutsch: „gedeckter Swap”) sammelt der Swap-Kontrahent die Sicherheiten und hinterlegt diese bei einem unabhängigen Treuhänder, der sie dann im Namen des ETF hält. Dies verringert das Kontrahentenrisiko und eliminiert es sogar bei einem fully founded swap. 08 Der Unterschied zwischen einem Unfunded Swap und einem Funded Swap ist hier noch einmal in der Grafik dargestellt: Die Sicherheiten befinden sich entweder im ETF selbst oder eben ausgelagert bei einem separaten unabhängigen Treuhänder. 09 Je nach Index kann die Performance des voll replizierenden ETFs aber auch höher liegen, wenn Zusatzerträge zum Beispiel durch eine Aktienleihe erzielt werden. Dadurch ergibt sich die Variante eins der Grafik. 10 Diese Abweichungen zum abzubildenden Benchmark beziehungsweise Index können aber auch negativ sein. Bei der Variante zwei entstehen bei den Anpassungen an den Inhalten (re-balancing) weitere Transaktionen und damit weitere Kosten sowie je nach Marktrichtung positive oder negative Abweichungen durch einen möglichen Barbestand im Fonds. 11 Diese Abweichungen von dem Index durch die eben beschriebenen Varianten nennt man Tracking Error. Der ETF-Anbieter möchte den Tracking Error gering halten, um eine möglichst realistische Abbildung zu liefern. 12 Erträge von Wertpapierfonds sind Dividenden und/oder Zinsen; außerordentliche Erträge sind Gewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren. Diese Ausschüttungen werden in der Basiswährung des Fonds je Anteil festgesetzt und ausgezahlt. Der Anteilpreis eines Fonds vermindert sich am Tag der Ausschüttung um diesen Betrag. Der Begriff der Thesaurierung bezeichnet Vorgänge, bei denen die von einer Organisation erwirtschafteten Gewinne nicht ausgeschüttet werden, sondern in der Organisation selbst verbleiben. Kommt es zu einer Thesaurierung in einem Fonds, so werden die im Veranlagungszeitraum erzielten Erträge eines Fonds nicht an die Anteilseigner ausgeschüttet, sondern zur Erhöhung des eigenen Fondsvermögens verwendet. Bei einer langfristigen Anlage treten dadurch Zinseszinseffekte auf. 13 Ein ETF ist rein passiv verwaltet mit dem Ziel, einen Index genau abzubilden. Ein aktiv gemanagter Fonds wird von einer Person, dem Fondsmanager, verwaltet. Dazwischen liegen die Robo-Advisor, die man auch Anlageautomaten nennt: Sie ersetzen den Fondsmanager durch einen Algorithmus mit einem festen Regelwerk. Ein solches Regelwerk kann nicht durch Emotionen beeinflusst werden. Als zentraler Parameter wird oft die Risikobereitschaft eingegeben, auf dessen Basis der Robo-Advisor ein Investment dann automatisch auf verschiedene Anlageklasse aufteilt. In Krisenfällen oder bei Über- beziehungsweise Unterschreitung von Schwellwerten schichtet der Robo-Advisor dann automatisch um. 14 Im Folgenden werden einige ETFs mit Bezug zu Deutschland und Europa vorgestellt. Ich empfehle nichts zum Kaufen oder Verkaufen und will und kann auch keine Anlageberatung durchführen. Bitte beachten Sie dazu den Link auf das Disclaimer-Video unten in der Videobeschreibung. Es geht hier nur darum, dass Sie einen Überblick über die verschiedenen Finanzprodukte erhalten. Zunächst haben wir hier vier ETFs, die die wichtigsten deutschen Indizes abbilden: Den DAX, MDAX, TecDAX und SDAX. Amundi ist eine französische Vermögensverwaltung mit Sitz in Paris. Hinter iShares verbirgt sich die amerikanische Fondsgesellschaft BlackRock. Das sind also immer die Anbieter der ETFs. UCITS bedeutet "Undertakings for Collective Investments in Transferable Securities". UCITS steht damit für eine EU-Richtlinie, mit der seit neunzehnhundertfünfundachtzig bestimmte Wertpapiere zum Schutz der Verbraucher reguliert werden. Mittlerweile hat UCITS eine globale Anziehungskraft entwickelt, weil es für transparentes, diversifiziertes Anlegen steht. Das Dist bedeutet distributing. In diesem ETF werden Erträge wie Dividenden also an den Anleger ausgeschüttet. Der fünfte ETF bezieht sich auf den französischen Leitindex Kack vierzig der vierzig führenden französischen Aktiengesellschaften. Der sechste ETF bezieht sich auf den Footsie zweihundertfünfzig. Das ist ein britischer Aktienindex, der die Aktien der zweihundertfünfzig größten Unternehmen nach jenen im Footsie einhundert Index umfasst. Der siebte ETF bezieht sich auf den Swiss Leader Index der Schweiz. Der achte ETF bezieht sich auf den Stox Europe sechshundert Index, der die sechshundert größten europäischen Unternehmen beinhaltet. Equal Weight bedeutet, bei einem Index mit beispielsweise einhundert Werten jede Position darin mit jeweils einem Prozent gewichtet ist. Damit vermeidet der Anleger Konzentrationsrisiken von Unternehmen mit überproportional starker Marktkapitalisierung. ESG bedeutet "Environmental Social Governance", also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Hier wird also ein Fokus auf nachhaltiges Wirtschaften von Unternehmen gesetzt. Das eins-C bedeutet, dass es sich um einen thesaurierenden ETF handelt, der Erträge automatisch wieder anlegt. Der neunte und letzte ETF dieser Liste bezieht sich auf die fünfzig größten börsennotierten Unternehmen des Euro-Währungsgebiets. Mit Euro Stox ist immer das Euro-Währungsgebiet, während Stox Europe "Europa" meint und eben nicht nur den Euro-Raum. Dieser ETF hat den Zusatz "Leveraged", denn dieser ETF ist gehebelt, in diesem Fall um den Faktor zwei. Steigt der Index also um ein Prozent, so steigt der ETF um zwei Prozent, also um das Doppelte. Anders herum ist es natürlich genauso. 15 Hier finden Sie weitere ETFs auf Regionen außerhalb von Europa. Ich denke, der bekannteste Index ist der MSCI World. Der erste ETF hier bildet diesen Index ab und ist thesaurierend. Außerdem ist er swap-basiert. Der Index bildet leider nicht die ganze Welt ab, sondern nur die westlichen Industrienationen. Es gibt mittlerweile noch einen All-World Index mit passenden ETFs dazu, der direkt auch die sogenannten Schwellenländer mit berücksichtigt. Der zweite ETF bildet den bekannten US-Index S&P 500 ab, hier in einer ausschüttenden Variante. Die Basiswährung ist hier US-Dollar. Der dritte ETF konzentriert sich auf denselben Index, aber dort eher auf Aktien mit der geringsten Volatilität innerhalb des S&P 500. Damit hofft man, die Schwankungen etwas zu senken und einen kontinuierlicheren Verlauf zu erreichen. Der vierte ETF bildet den sehr bekannten US-Technologieindex Nasdaq 100 ab, in dem Unternehmen wie Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet, Meta und Tesla sehr stark vertreten sind. In diesem Fall haben wir als Basiswährung den Euro und nicht den US-Dollar. Der fünfte ETF ist eine Art Gegenpol zum MSCI World. Der thesaurierende ETF bildet die größten Unternehmen der sogenannten Emerging Markets ab, insbesondere China, Taiwan, Indien, Südkorea und Brasilien. Abschließend will ich noch einen ETF nennen, der nicht mehr existiert. Der MSCI Russia bietet Zugang zum russischen Aktienmarkt. 16 Ein Einzelunternehmen kann insolvent sein, aber was ist mit dem ETF geschehen, der in russische Unternehmen investierte? Russland als Land ist nicht insolvent. Eine Staatsinsolvenz hat es beispielsweise in Argentinien zweitausendeins gegeben. Davon sind aber Staatsanleihen betroffen und nicht die Unternehmen in dem Land. Durch den Einmarsch in die Ukraine wurde Russland zweitausendzweiundzwanzig vom Welthandel abgeschnitten. Russische Aktien sind dadurch nicht mehr handelbar und dadurch sind auch die ETFs betroffen, obwohl die Unternehmen in Russland natürlich noch weiter existieren. 17 Da das über einige Wochen absehbar war, sind die Kurse Anfang zweitausendzweiundzwanzig kollabiert, bevor der Handel ausgesetzt wurde. Dies war mit hohen Verlusten der Anleger verbunden. Wenn man einen solchen ETF besitzt, kann man ihn nun nicht mehr verkaufen. Übrig blieben achtzehn Positionen in dem voll replizierenden ETF mit einer Fondsgröße von immer noch sechzehn Millionen Euro zum Stand März zweitausendzweiundzwanzig. Sobald es ausländischen Anlegern erlaubt ist, wieder am russischen Aktienmarkt zu handeln und abzurechnen, könnte man die Anteile vielleicht wieder zu den dann gültigen Kursen verkaufen. Wann das aber sein wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt Mitte zweitausendvierundzwanzig nicht absehbar. Es existierten außerdem auch noch viele Brick-ETFs, aus denen Russland nun entfernt wurde. Dadurch blieben Bic-ETFs übrig, die nur noch Unternehmen aus Brasilien, Indien und China enthalten. 18 Statt in Regionen der Welt kann man auch in bestimmte Themen-ETFs investieren, die sich auf Unternehmen einer speziellen vielversprechenden Branche beziehen. Auch hier gibt es eine Vielzahl von Produkten, von denen wir uns einige exemplarisch ansehen. Das erste Beispiel ist der Nasdaq US Biotechnology ETF von iShares. Dieser ETF bietet Zugang zu Biotechnologie-Unternehmen, die an der US-Börse Nasdaq gelistet sind. Die Börse Nasdaq darf nicht mit einem Index der Nasdaq verwechselt werden! Der Amundi Water ESG ETF bildet den MSCI ACWI IMI Water ESG Filtered Index nach. Der Index zielt darauf ab, die Leistung einer Reihe von Unternehmen darzustellen, die mit wasserbezogenen Geschäftsbereichen wie Wasserversorgung, Wasserversorgung, Wasseraufbereitung und wasserbezogener Ausrüstung verbunden sind. Dabei sind diejenigen ausgeschlossen, die an bestimmten umstrittenen Geschäftsbereichen beteiligt sind. Auch hier werden also die ESG-Kriterien erfüllt. 19 Als neuer Spezialfall sind Geldmarkt-ETFs zu nennen, solange die Zinssätze noch hoch sind. Der Xtrackers Overnight Rate Swap legt Zinserträge wieder an und bildet einen Solactive Daily Index nach. Dieser Index bildet die Wertentwicklung einer Anlage ab, die mit dem kurzfristigen Euro-Zinssatz zuzüglich einer Anpassung von acht-komma-fünf Basispunkten verzinst ist. Mit anderen Worten: Dieser ETF bildet ziemlich genau den aktuellen Zinssatz im Euroraum abzüglich einer kleinen Gebühr ab und kann daher als ein Ersatz für Tagesgeld oder Festgeld angesehen werden mit folgenden Abweichungen: Der ETF ist swap-basiert, so dass hierdurch ein Kontrahentenrisiko hinzukommt. Der ETF kann börsentäglich verkauft werden, so dass höhere Liquidität als bei Festgeld gegeben ist. 20 Bis Anfang zweitausenddreiundzwanzig war ein solcher Geldmarkt-ETF uninteressant, da der Leitzins im Euroraum negativ war. Dies führte zu einer negativen Rendite. Sobald dies eintritt, kann man seine Anteile verkaufen und gewinnbringender investieren. Dazu hat man genügend Zeit, da die Zinskurve sehr langsam verläuft. 21 Ab Januar zweitausenddreiundzwanzig kann ein solcher Geldmarkt-ETF in Frage kommen, da die Leitzinsen stark angestiegen sind. So ergab sich eine sichere Jahresrendite von drei-komma-fünf-acht Prozent bei börsentäglicher Verfügbarkeit. 22 Kommen wir nun zu der nächsten Produktkategorie, den ETCs. Exchange Traded Commodities haben die Funktion, die Wertentwicklung von an Warenbörsen gehandelten Rohstoffen abzubilden. ETCs sind allerdings Schuldverschreibungen. Mit einer Schuldverschreibung überlässt der Anleger dem Aussteller der Schuldverschreibung einen bestimmten Betrag für eine gewisse Zeit. Im Fall einer Insolvenz des Emittenten kann es also bei nicht besicherten ETCs zum Totalverlust kommen. Anders als ETFs ermöglichen ETCs das Investieren in einzelne Rohstoffe. 23 Als erstes Beispiel betrachten wir Gold-ETCs. ETCs, die das Gold physisch hinterlegen und über eine Auslieferoption verfügen, bieten steuerliche Vorteile für deutsche Endanleger. Auf Basis des Urteils des Bundesfinanzhofs behandelt die deutsche Finanzaufsicht solche Gold-ETCs wie physisches Gold. Erträge aus Wertzuwächsen müssen nach einer Haltedauer von einem Jahr demnach nicht versteuert werden. Zu diesen ETCs gehören Xetra-Gold, Euwax Gold zwei sowie Wisdom-Tree Core Physical Gold. 24 Will man nicht gezielt in einzelne Rohstoffe investieren, sondern gleichzeitig in viele Rohstoffe, so kann man wieder ETFs verwenden. Als Beispiel schauen wir uns den Bloomberg Commodity Index an. Das ist ein Rohstoffindex, der zwanzig verschiedene Rohstoffe umfasst. Die Gewichtung je Rohstoff beträgt mindestens zwei und maximal fünfzehn Prozent. Der Anteil eines Rohstoffsektors darf die Grenze von dreiunddreißig Prozent nicht übersteigen. Die folgende Übersicht zeigt die Rohstoffe und ihre Gewichtung im Index. Alle Angaben sind ohne Gewähr! Dreißig Prozent Energie wie Öl, Benzin und Erdgas, zweiundzwanzig Prozent Getreide wie Mais, Sojabohnen und Weizen, neunzehn Prozent Edelmetalle wie Gold und Silber, fünfzehn Prozent Industriemetalle wie Kupfer, Aluminium und Zink, sieben Prozent Agrarrohstoffe wie Zucker, Kaffee, Baumwolle und letztlich noch fünf Prozent Vieh wie Rinder und Schweine. 25 Hier sind zwei sehr ähnliche ETFs, die den Bloomberg Commodity Index abbilden. Einer ist von iShares, also Blackrock und der andere vom Anbieter Wisdom-Tree. Da die Rohstoffe nicht physisch gelagert werden können, bilden diese ETFs die Komponenten des Index jeweils synthetisch durch unfounded Swaps ab. 26 Und was ist nun ein ETN? Exchange Traded Notes (ETNs) ähneln ETCs. Sie sind auch börsengehandelte Schuldverschreibungen, die an die Wertentwicklung eines bestimmten Marktindikators gekoppelt sind. Auch ETNs gehören nicht zum Sondervermögen der Emittenten. Als ETNs werden typischerweise stark gehebelte Abbildungen auf Indizes sowohl long, als auch short gehandelt sowie Produkte auf Devisenwechselkurse wie Euro zu US-Dollar, Euro zum britischen Pfund, US-Dollar zu Bitcoin oder US-Dollar zu Ether. 27 Im Folgenden sehen wir einen Chart von einem Bitcoin-ETN des Anbieters Van-Eck zwischen März zweitausenddreiundzwanzig und Februar zweitausendvierundzwanzig mit einem rasanten Anstieg von einhundert Prozent. Der Wert hat sich also verdoppelt. Das Total Expense Ratio TER liegt bei einem Prozent pro Jahr als Gesamtkosten für die Verwaltung. Dieser ETN ist vollständig replizierend. Es werden also tatsächlich Bitcoin gekauft und hinterlegt. 28 Hier sehen wir dasselbe exemplarische Finanzprodukt zwischen April zweitausendeinundzwanzig und Januar zweitausendvierundzwanzig. Man sieht, dass sich der Wert im Januar zweitausenddreiundzwanzig mehr als halbiert hatte mit einem Verlust größer als fünfzig Prozent. Wenn sich ein Wert zuerst halbiert und dann verdoppelt, so hat er denselben Wert wie zu Beginn. Das setzt voraus, dass der Anleger nicht zwischendurch in Panik verkaufte. 29 Abschließend noch ein paar weitere Daten zu diesem extrem volatilen Produkt. Der maximale Drawdown lag in den letzten Jahren bei vierundsiebzig Prozent. Man hat zwischendurch also dreiviertel seiner Anlage verloren. Das ist wirklich nichts für schwache Nerven! Die Fondswährung ist US-Dollar. Es gibt keine Absicherung gegen ein Währungsrisiko, was üblich ist. Schwankungen zwischen dem Euro und dem US-Doller fließen also mit in das Produkt ein. Zuletzt ist noch zu nennen, dass Sie über ein solches Produkt in einer Kryptowährung investiert sein können, ohne selbst eine Bitcoin-Wallet zu besitzen. Der Handel erfolgt hier ganz gewöhnlich über ihren Broker. In diesem Video werden Exchange Traded Products (#ETP) vorgestellt mit den konkreten Produktkategorien #ETF, #ETC und #ETN. Dabei wird zunächst besprochen, was ein ETF ist und wie er einen #Benchmark abbilden kann mit synthetischer oder voller Replikation. Dabei wird erklärt, was ein Swap-Geschäft ist und zwischen einem unfunded Swap und einem funded Swap unterschieden. Ebenso wird das Kontrahentenrisiko beschrieben. Anschließend werden ausschüttende und thesaurierende ETFs gegenübergestellt sowie aktiv verwaltete Fonds und Robo-Advisor mit ETFs verglichen. Danach schauen wir uns eine ganze Palette konkreter ETFs an sowohl anhand der geographischen Verteilung, als auch anhand konkreter Themen oder Branchen. Eine besondere Betrachtung fällt auf ETFs, die in russische Unternehmen investiert sind. Als interessanter Spezialfall werden Geldmarkt-ETFs behandelt. Im zweiten Teil werden Exchange Traded Commodities (ETC) genauer betrachtet, die Rohstoffe abbilden. Hier wird der Begriff der Schuldverschreibung näher diskutiert. Als Beispiele werden Gold-ETCs und der Bloomberg Commodity Index mit Abbildungen auf diesen Index vorgestellt. Der dritte Teil stellt abschließend Exchange Traded Notes (ETN) vor und betrachtet als Finanzprodukt einen Bitcoin-ETN.